1.   Einleitung

2.   Arbeitsformen im Gemeinsamen Lernen

3.   Kriterien für erfolgreiches Lernen im Gemeinsamen Lernen 

4.   Sonderpädagogische Förderung an unserer Schule

4.1  Förderschwerpunkt Lernen

4.2  Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung

4.3  Förderschwerpunkt Sprache

5.   Materialien für die Förderung

6.   Leistungsbeurteilung im Gemeinsamen Lernen

7.   AO-SF Antrag auf Eröffnung des Verfahrens zur Feststellung des

      Sonderpädagogischen Förderbedarfs

8.   Diagnostik

9.   Kriterien für die Aufnahme in das Gemeinsame Lernen

10. Kooperation mit externen Institutionen

 
 

1.  Einleitung

An der KGS Lenie, Grundschulverbund Lendersdorf und Niederau, werden Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Gemeinsamen Lernen (GL) unterrichtet. Sie besuchen die entsprechende Jahrgangsstufe mit allen anderen Kindern.

Fester Bestandteil der sonderpädagogischen Förderung ist die jährliche Überprüfung. Im Rahmen dieser Überprüfung entscheidet die Klassenkonferenz über Förderbedarf, Förderschwerpunkt und Förderort im kommenden Schuljahr.

Die Klassenlehrerin und die Förderschullehrerin/Sonderpädagogin erstellen in Absprache mit dem Kind und den Eltern einen auf die Bedürfnisse und die Lernausgangslage des Kindes abgestimmten Förderplan. In diesen können neben den angestrebten Lernzielen auch die Interessen der Kinder eingebunden werden. 

Sonderpädagogische Förderung soll das Recht der Kinder auf eine ihren individuellen Möglichkeiten entsprechende schulische Bildung und Erziehung verwirklichen. Sie orientiert sich an den Bildungs- und Erziehungszielen der allgemeinen Schulen. Soweit erforderlich, bilden die Bildungspläne anderer Sonderschulen die Arbeitsgrundlage für die Förderung der Schülerinnen und Schüler. Darüber hinaus hat sie eigenständige Bildungsaufgaben zu erfüllen, die sich aus der Lebenswirklichkeit und dem künftigen Leben der Kinder ergeben.

 

 

2.  Arbeitsformen im Gemeinsamen Lernen

Im GL sind verschiedene Arbeitsformen möglich. Entscheidend für die Wahl der Arbeitsform sind neben der Lernausgangslage und dem Förderbedarf des einzelnen Kindes auch die Klassensituation und das Unterrichtsthema. Folgende Möglichkeiten sind denkbar:

  •  Grundschullehrerin (GL) unterrichtet, Förderschullehrerin (FL) arbeitet mit GL-Kind an seinem Platz
  •  Grundschullehrerin unterrichtet, Förderschullehrerin arbeitet mit GL-Kind alleine in einem separaten Raum
  •  Förderschullehrerin unterrichtet, GS Lehrerin arbeitet mit GL-Kind an seinem Platz
  •  Förderschullehrerin unterrichtet, GS Lehrerin arbeitet mit GL-Kind alleine in einem separaten Raum
  •  Grundschullehrerin unterrichtet, Förderschullehrerin arbeitet mit GL-Kind und anderen Kindern der Klasse in einem separaten Raum
  •  Förderschullehrerin arbeitet mit GL-Kind und anderen Kindern der Jahrgangsstufe in einem separaten Raum
  •  Förderschullehrerin arbeitet mit GL-Kind und anderen Kindern in einer jahrgangsgemischten Gruppe in einem separaten Raum
  •  Grundschullehrerin unterrichtet halbe Klasse, Förderschullehrerin arbeitet mit anderer Hälfte in einem separaten Raum
  •  Grundschullehrerin und Förderschullehrerin unterrichten im Team-Teaching
  •  Zusätzliche Förderstunden durch Förderschullehrerin
  •  Förderung durch Förderschullehrerin während der OGS - Zeit

 

 

3.  Kriterien für erfolgreiches Lernen im GL

Damit Lernen im GL eine gute Fördermöglichkeit und unsere Schule der geeignete Förderort für ein Kind ist, müssen einige wichtige Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Das Kind sollte gerne zur Schule kommen und sich dort wohlfühlen
  • Das Kind, die Lehrkräfte und die Eltern sollten vertrauensvoll zusammenarbeiten
  • Auch die äußeren Rahmenbedingungen sollten zu den Bedürfnissen des Kindes passen (z.B. Schulweg, Klassensituation …)
  • Der Schulbesuch muss für das Kind in seiner Entwicklung förderlich sein

 

 

4.  Sonderpädagogische Förderung an unserer Schule

An unserer Schule werden zur Zeit Kinder mit verschiedenen Förderschwerpunkten unterrichtet. Auch die Aufnahme von Schülerinnen und Schülern mit den Schwerpunkten Sehen, Hören und motorische Entwicklung wäre möglich.

 

4.1  Förderschwerpunkt Lernen

Die sonderpädagogische Förderung im Bereich des Förderschwerpunktes Lernen hat die Aufgabe, den Schülerinnen und Schülern eine sachliche und realistische Einschätzung ihrer individuellen Stärken und Schwächen, ihrer Wünsche und Vorstellungen zu ermöglichen. Die Ziele und Inhalte des Unterrichts werden mit Blick auf die Lernvoraussetzungen und den sonderpädagogischen Förderbedarf der Schülerinnen und Schüler modifiziert. So beschließt die Klassenkonferenz, ob sie für eine Schülerin oder einen Schüler die für das Fach Englisch vorgesehen Stunden oder für verstärkte Förderung in anderen Fächern verwendet. In der Unterrichtsgestaltung werden die individuellen Möglichkeiten und Fähigkeiten der Kinder durch Binnendifferenzierung und Individualisierung berücksichtigt. In einem Förderplan werden die unterrichtlichen Maßnahmen und gegebenenfalls Hilfen anderer Maßnahmeträger aufeinander abgestimmt.

Der Förderschwerpunkt Lernen zeigt sich vor allem durch Erschwernisse

  • in der Entwicklung von Lernstrategien
  • in der Aneignung von Bildungsinhalten
  • in der Transferleistung
  • in der Aufmerksamkeit
  • in der Merkfähigkeit
  • in der Motivation
  • im Aufbau von Selbstwertgefühl
  • in einer realistischen Selbsteinschätzung
  • in der Wahrnehmungs- und Differenzierungsfähigkeit
  • in der Grob- und Feinmotorik
  • im sprachlichen Handeln
  • im sozialen Handeln

4.2  Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung

Die sonderpädagogische Förderung im Bereich des Förderschwerpunkts emotionale und soziale Entwicklung ist in erster Linie auf die Weiterentwicklung der Fähigkeiten zu emotionalem Erleben und sozialem Handeln gerichtet.

Den Kindern sollen Interesse für das Lernen, Verständnis für die Zusammenarbeit und Sinn für das Handeln mit anderen entwickeln. Die Wahrnehmung der Schülerinnen und Schüler für ihr eigenes sowie fremdes Empfinden soll gestärkt, ihre Selbststeuerungskräfte aktiviert und dadurch die Motivation für dauerhafte Veränderungen unterstützt werden, so dass sie die Fähigkeit zur Reflexion ihres eigenen Denkens und Handelns sowie das von anderen erweitern und dabei Rücksichtnahme und Toleranz gegenüber anderen entfalten.

Ein breites Angebot spezifischer individueller Hilfen unterstützt und begleitet die Kinder dabei.

 

Der Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung zeigt sich vor allem durch Erschwernisse

  • in der emotionalen Entwicklung:
  • Ängste
  • Aggressionen
  • Empathie
  • Bindungsfähigkeit
  • Wahrnehmung eigener Empfindungen
  • Selbstwertgefühl
  • ……
  • im sozialen Handeln
  • Gruppenfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Regelverständnis
  • Konfliktverhalten
  • Dissoziale Verhaltensweisen (lügen, schlagen, zerstören ...)
  • ……
  • im Lern- und Leistungsbereich:
  • Ausdauer
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Motivation
  • in der Selbststeuerung
  • in der Verarbeitung des Erlebens und der Wahrnehmung

4.3  Förderschwerpunkt Sprache

Die sonderpädagogische Förderung im Bereich des Förderschwerpunkts Sprache hat das Ziel, Kinder dabei zu unterstützen, eine möglichst allseitig entfaltete sprachliche Handlungskompetenz und eine selbstbestimmte Verständigungsfähigkeit zu erwerben. Sie unterstützt die Erweiterung der sprachlichen Handlungskompetenzen insbesondere durch den Aufbau einer persönlichen sprachlichen Identität, einer realistischen Selbsteinschätzung sowie eines positiven Selbstwertgefühls. Auf diese Weise lernen Kinder, sich in der Gemeinschaft zu orientieren, einzuordnen und zu behaupten, Kontakte anzunehmen, anzubahnen und auszugestalten. Die Schülerinnen und Schüler werden dazu ermuntert, in Kommunikationssituationen auf ihre Bedürfnisse aufmerksam zu machen.

Sprachliches Handeln umfasst somit Spracherwerb, sinnhaften Sprachgebrauch und Sprechtätigkeit und wird mitbestimmt durch die Art und Weise, in der das Kind seine Sprache in Laut und Schrift aufbaut.

 

Der Förderschwerpunkt Sprache zeigt sich vor allem durch Erschwernisse

  • im Spracherwerb (Sprachentwicklungsverzögerung)
  • in Laut- und Schriftsprache
  • phonetische Ebene (Atmung, Stimmgebung, Artikulation)
  • phonologische Ebene (z.B. Zuordnung von Laut und Buchstabe)
  • lexikalisch-semantische Ebene (Wortschatz, Wortbedeutung, Begriffsbildung)
  • morphologisch-syntaktische Ebene (Wortbildung, Satzbildung)
  • im kommunikativen Sprachgebrauch
  • Zuhören
  • auf Gegenüber eingehen
  • Mutismus
  • Im Sprachverständnis
  • Zentrale Hörverarbeitungsstörung
  • Verstehen von Aussagen (auch im übertragenen Sinn)

 

 

5.  Materialien für die Förderung

Sprache

  • Sprachspiele
  • Na Logo
  • Plappersack
  • Passt fast
  • Sprache erwerben
  • Sätze bauen Teil 1
  • Fit trotz LRS
  • LRS im Förderunterricht
  • Materialien zur Leseförderung
  • ......

Mathematik

  • Ergänzungsmaterial zum Zahlenbuch/Welt der Zahl
  • Was kann ich schon Kl.3-4
  • Basiskurs Mathematik
  • Nikitin Material
  • Rechenpyramiden
  • Anschauungsmaterial
  • ......

Computerprogramme

  • Budenberg
  • Lernwerkstatt
  • GUT
  • Blitzrechnen
  • ......

Fächerübergreifende Differenzierungsmaterialien

  • Logiko
  • LÜK
  • Paletti
  • Geschicklichkeitsspiele
  • ......

Partner- und Kooperationsspiele

  • Bamboleo
  • Kugelbahn
  • ......

 

 

6.  Leistungsbeurteilung im GL

Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden nach den Lerninhalten und Bildungszielen der allgemeinen Schule unterrichtet. Auch wenn diese Ziele und Inhalte mit Blick auf die Lernvoraussetzungen und den sonderpädagogischen Förderbedarf der Schülerinnen und Schüler modifiziert werden können (z.B. Klassenarbeit in Kleingruppe, Zeitzugabe…), wird grundsätzlich daraufhin gearbeitet, dass die Kinder die allgemeinen Leistungsanforderungen ihrer Klasse erfüllen.

Eine Ausnahme gilt bei der Leistungsbewertung von Kindern mit dem Förderschwerpunkt Lernen, da diese nicht in allen Unterrichtsfächern nach den Lernzielen der allgemeinen Schule unterrichtet werden. Die Leistungen dieser Schülerinnen und Schüler werden auf der Grundlage der im individuellen Förderplan festgelegten Lernziele beschrieben. Die Leistungsbewertung erstreckt sich auf die Ergebnisse des Lernens sowie die individuellen Anstrengungen und Lernfortschritte und wird in Form eines Berichtzeugnisses dokumentiert. Eine Benotung mit Ziffernnoten erfolgt nur dann, wenn die erbrachten Leistungen der Kinder mit denen ihrer Klassenkameradinnen und Klassenkameraden vergleichbar ist. Eine Versetzung findet nicht statt. Am Ende jedes Schuljahres entscheidet die Klassenkonferenz, in welcher Klasse die Schülerin oder der Schüler im nächsten Schuljahr gefördert werden wird.

 

 

7.  AO-SF - Antrag auf Eröffnung des Verfahrens zur Feststellung des Sonderpädagogischen Förderbedarfs

Ein AO-SF Verfahren wird dann eingeleitet, wenn die persönlichen Lern- und Entwicklungsvoraussetzungen des Kindes das Lernen im Regelunterricht so erschweren, dass weitreichende Konsequenzen auf die Schullaufbahn zu erwarten sind und diese mit den Möglichkeiten der Schule alleine nicht aufzufangen sind. Diese Einleitung ist vor der Einschulung oder in jedem Schuljahr möglich.

Anhaltspunkte für die Notwendigkeit sonderpädagogischer Förderung können sein:

  • Auffälligkeiten im sprachlichen Bereich (Artikulation, Wortschatz, Grammatik, Kommunikation,…)
  • Motorische Auffälligkeiten
  • Probleme im Bereich der Wahrnehmung und der Wahrnehmungsverarbeitung
  • Auffälligkeiten im sozialen Bereich (Aggression, Rückzug …)
  • Auffälligkeiten im emotionalen Bereich (Ängste, Umgang mit Nähe/Distanz…)
  • Schulangst / Schulverweigerung
  • Mangelnde Aufmerksamkeit/ Konzentrationsfähigkeit
  • Probleme, sich auf Angebote, Anforderungen, Lernsituationen einzulassen
  • Leistungsdefizite

 

 

8.  Diagnostik

Zur optimalen Förderung der Kinder ist eine genaue Bestimmung der Lernausgangslage notwendig. Dies ist über verschiedene Diagnoseinstrumente möglich. Formen der Diagnostik, die an unserer Schule eingesetzt werden, sind:

Beobachtungen

  • in der Klasse / Lerngruppe / OGS
  • Kleingruppe
  • Einzelsituation
  • Gespräch
  • Lern-/ Fördersituation
  • Test
  • Lernstandsbestimmungen in der Klasse
  • Elterngespräche
  • Standardisierte Testverfahren
  • Intelligenztests (CFT, HAWIK IV, CPM, K ABC, )
  • Schulleistungstest
  • HSP (Hamburger Schreibprobe)
  • ERT (Mathematik)
  • Informelle Testverfahren
  • Aachener Schulspiel
  • Schuleingangstest
  • ELDiB Entwicklungstherapeutischer/entwicklungspädagogischer Lernziel-Diagnose-Bogen

Standardisierte Testverfahren sind ergänzend zu den Beobachtungen in der Klasse zu sehen. Die ermittelten Testwerte werden im Zusammenhang mit diesen Beobachtungen und der Analyse des Verhaltens während der Testsituation betrachtet.

Diagnostik beginnt, wenn sich im Unterricht Auffälligkeiten ergeben. Solche Auffälligkeiten können sich sowohl im Sozial-, als auch im Lernverhalten zeigen (z.B. Überforderung, Unterforderung, große Unterschiede zwischen Leistungsvermögen und gezeigter Leistung).

Konsequenzen der Diagnostik können eine spezielle Förderung in der Klasse oder die Einleitung des AO-SF Verfahrens sein.

 

 

9.  Kriterien für die Aufnahme von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf

  • Die Rahmenvorgaben des Schulträgers liegen allen Aufnahmeentscheidungen zu Grunde
  • Das Eintrittsalter der Kinder bei sog. Quereinsteigern aus anderen Schulen bzw. bei „eigenen“ Schülerinnen und Schülern sollte weitgehend dem Durchschnittsalter der aufnehmenden Klasse entsprechen
  • Pro Klasse sollte möglichst nicht mehr als ein Kind mit emotionaler und sozialer Entwicklung sein
  • Die Anzahl der GL-Plätze richtet sich nach der Stellenplansituation unserer Schule
  • Kinder, die bereits vor der Überprüfung auf sonderpädagogischen Förderbedarf unsere Schule besuchen, haben Vorrang
  • Die Entfernung zwischen Wohnort und unserer Schule sollte möglichst gering sein

 

 

10.  Kooperation mit externen Institutionen

Eine optimale Entwicklung ist nur dann möglich, wenn alle mit der Förderung des Kindes betrauten Personen in engem Austausch stehen. Auch die schulische Förderung findet in Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen innerhalb und außerhalb der Schule statt.

Wichtige Kooperationspartner unserer Schule sind unter anderem:

  • Jugendamt
  • zuständiger Sachbearbeiter
  • Familienhelfer
  • Heilpädagogische Tagesstätte
  • Schulpsychologischer Dienst
  • Psychologische Beratungsstellen
  • SPZ (Sozialpädiatrisches Zentrum)
  • KJP (Kinder- und Jugendpsychiatrie)
  • Kinderärzte
  • Logopäden
  • Physiotherapeuten
  • Ergotherapeuten
  • Wellenbrecher